Wissenswertes zur Lizenzierung von Windows 7 Teil 3: Die Volumenlizenzen

art3-win7Zum dritten Teil der Windows 7 Lizenzierungsreihe begrüßen wir Sie wieder recht herzlich. Im vorigen Artikel befassten wir uns mit den verschiedenen Vertriebskanälen und erwähnten auch schon die Volumenlizenzen. Auf Letzteres möchten wir nun noch näher eingehen. Viel Spaß beim Lesen.

Die Möglichkeiten die die Volumenlizenzen dem IT-Leiter eröffnen, haben ihn überzeugt. Deshalb möchte er nun neue Software als Volumenlizenz einkaufen. Da er mehrere Standorte / Firmen unterschiedlicher Größe betreut, sucht er dafür das jeweils passende Lizenzmodell.

Einer der Standorte, in denen er tätig ist, hat nur wenig PCs. Die Betriebssysteme dafür sollen in einem einzigen Vertrag gekauft werden und der Key online abrufbar sein. Deshalb hat er dafür nach der letzten Besprechung bereits einen Open Licence Vertrag gekauft.

Da die Rechnerzahl des Standortes aber permanent ansteigt, stellt sich für ihn folgende Frage:

Gibt es eigentlich Vergünstigungen, wenn man eine große Anzahl von PCs mit Software ausstattet, aber dennoch die Eigenschaften des Open Vertages behalten möchte?

Wir berichten ihm, dass dafür der Select Plus Vertrag in Frage kommt, den wir ihm nun noch näher erläutern:

Select Plus

Select Plus ist quasi der “Open Vertag für mehr als 250 PCs”. Deshalb ist er hauptsächlich für mittelständische und große Unternehmen / Standorte gedacht. Ein großer Vorteil ist die zentrale Beschaffung von Einzellizenzen über die Landesgrenzen hinweg. Das bedeutet, dass ein global agierendes Unternehmen nicht mehr landesgebunden einkaufen muss, sondern alles in einem überregionalen Vertrag abwickeln kann. Somit ermöglicht dies mehr Einkaufstransparenz und eine bessere Softwareverwaltung.

Die Programme werden zudem nicht mehr mit CD ausgeliefert, sondern man kann sie über das VLSC (Volume Licensing Service Center) downloaden. Damit haben Sie Ihre Software immer griffbereit und schonen dabei noch die Umwelt.

Separat kann zu jedem Produkt, dass Sie über den Vertrag gekauft haben, noch die Software Assurance hinzugebucht werden. Zudem ist die Laufzeit des Vertrages nicht begrenzt.

Wenn Sie einen Select Plus Vertrag eröffnen möchten, müssen sie in einem (oder mehr) sogenannten Produktpools mindestens 500 Punkte erreichen. Ein Produktpool ist z.B. “Betriebssysteme”.

Den Betriebssystemen werden jeweils Punkte zugeordnet. Wenn Sie beispielsweise 500 mal Windows 7 kaufen möchten, können Sie einen Select Plus Vertrag für den Produktpool “Betriebssysteme” buchen. Wenn Sie mehr als 500 Betriebssysteme kaufen und festgesetzte Punktegrenzen überwinden, werden automatisch die Einzelpreise der Software verringert.

Der Kauf erfolgt über autorisierte Händler.

[Weitere Informationen: Select Plus]

Nun möchte er die Volumenlizenzen auch gerne in einem mittelständigen Unternehmen einführen, dessen IT er mitbetreut. Das Unternehmen benötigt weniger als 250 PCs, so dass die Bedingungen des Select Plus Vertrag nicht erfüllt sind.

Zahlungen im voraus kommen auf gar keinen Fall in Frage.

Trotzdem will er das zentrale Verwalten der Lizenzen nicht missen..

Zudem soll ohne Mehrkosten immer das neueste Microsoft Office benutzt werden.

Wir erklären ihm, dass es auch Volumenlizenzverträge mit Ratenkauf gibt. Wir empfehlen ihm für das Unternehmen “Open Value”.

Was ist Open Value?

Auch mit Open Value können Sie Ihre Software zentral einkaufen und verwalten (VLSC). Der Vertrag läuft 3 Jahre, kann aber verlängert werden. Die Zahlung erfolgt entweder zu Beginn des Vertragsabschlusses oder durch eine jährliche Ratenzahlung.

Im Gegensatz zu Open License / Select Plus ist die Software Assurance fester Bestandteil.. Es kann also keine Software ohne SA gekauft werden.

Eine spezielle Option von Open Value ist “Open Value Companywide”:

Hierbei kann man seine komplette (qualifizierte) PC Infrastruktur standardisieren und profitiert von einfachem Deployment, sowie von Preisvorteilen beim Kauf.

Aber was bedeutet eigentlich Standardisiert:

Angenommen Sie haben in Ihrem Unternehmen 100 PCs. Dann können Sie beispielsweise 100 mal Windows 7 Upgrade aus dem Produktpool “Betriebssysteme” kaufen und erhalten dafür einen Preisnachlass.

Der Vorteil dabei ist, dass sie nun im ganzen Unternehmen auf einem einheitlichen Betriebssystem arbeiten und somit möglichen Softwareinkompatibilitäten vorbeugen.

[Weitere Informationen: Open Value]

Angenommen das Unternehmen wächst global und erreicht eine PC Anzahl von mehr als 250 PCs. Gibt es dann auch einen Vertrag, bei dem ich günstiger größere Mengen einkaufen kann? Und was ist mit den neuen webbasierten Technologien, wie Office 365. In einem weltweit agierenden Unternehmen, wo das Internet eine bedeutenden Stellung einnimmt, möchte ich die auch gerne einsetzen können.

So wie Select Plus quasi “der Open License Vertrag für größere Unternehmen ist”,

ist das Enterprise Agreement “der Open Value Vertrag für Unternehmen mit mehr als 250 PCs”.

Was ist das Enterprise Agreement im Einzelnen?

Das Enterprise Agreement ist für Unternehmen mit mehr als 250 PCs gedacht, die ihre PCs firmenweit (weltweit) standardisieren möchten. Der 3 Jährige Vertrag beinhaltet auch automatisch die Software Assurance.

Die Zahlung erfolgt entweder im Voraus, oder in jährlichen Raten. Sie profitieren bei unternehmensweitem Softwareeinkauf natürlich von Preisvergünstigungen und den Vorteilen einer zentralen Softwareverwaltung.

Ein weiteres bedeutendes Merkmal ist, dass die Online Services auch als Option im Vertrag zur Verfügung stehen. Das heißt Sie können beispielsweise auswählen, ob Sie Microsoft Office (lokal) einsetzen wollen, oder für den Benutzer Office 365 bereitgestellt werden soll. Aber auch der Wechsel von den Online Services zu lokaler Software ist möglich, wenn es die Firmensituation erfordert.

[Weitere Informationen: Enterprise Agreement]

Ich habe einen Bekannten, der auch in der IT Branche tätig ist. Dieser ist für den Softwareeinkauf in einem kleinen Betrieb verantwortlich, der stark schwankende Mitarbeiterzahlen hat. Er weis nie, wie viele Lizenzen er einkaufen soll. Meist ist der Betrieb deshalb unterlizenziert.

Zudem hat er eigentlich kaum Zeit, sich um die ganzen Softwareneuerungen zu kümmern. Er möchte einfach die neuesten Programme so oft wie nötig aufspielen können, ohne sich dabei Sorgen um Lizenzierung machen zu müssen.

Gibt es dafür etwas?Ja, dafür gibt es die Microsoft Mietmodelle. Für kleine Betriebe eignet sich dies hier:

Was ist Open Value Subscription?

Wie der Name schon andeutet, ist dies “der Open Value Vertrag zur Miete”.

Er läuft auch 3 Jahre, wobei Sie am Ende wieder auf drei weitere Jahre verlängern können. Sie zahlen jährlich an einem bestimmten Stichtag die Miete. Diese richtet sich danach, welche Anzahl von Computern sie an diesem Tag nutzen.

Das bedeutet: Wenn innerhalb des Jahren kurzzeitig mehr Mitarbeiter im Betrieb arbeiten, können Sie die benötigte Software ohne lizenzrechtliche Bedenken aufspielen. Auch sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand der Softwareentwicklung, da bei einer Miete die SA bereits inbegriffen ist.

Allerdings dürfen sie die Software nach Vertragsbeendigung nicht weiterverwenden, es sei denn, Sie nutzen die Möglichkeit des “Buy out”. Hierbei kaufen Sie die zu diesem Zeitpunkt aktuellste Software (z.B. derzeit Windows 7). Der Vertrag ist beendet und selbst wenn drei Wochen später “Windows 8” kommt, dürfen Sie darauf nicht mehr kostenlos updaten.

[Weitere Informationen: Open Value Subscription]
[Weitere Informationen:
Open Lizenzierung]

 

Gibt es bei diesem Modell auch eine Variation für größere Unternehmen?

Ja, die gibt es:

Was ist Enterprise Agreement Subscription?

Wenn eine großes Unternehmen (> 250 PCs) die Vorzüge eines Mietmodells nutzen möchte, bietet sich dafür das Enterprise Agreement Subscription Modell an. In den Vertragseigenschaften gleicht es weitestgehend dem Enterprise Agreement, nur das Sie hier die Software nicht kaufen, sondern mieten. Wenn Sie den Vertrag nach Ablauf nicht wieder verlängern möchten, können Sie auch ein “Buy out” durchführen.

 

Der IT-Leiter findet diese Erklärungen sehr hilfreich, hätte aber gerne nochmal einen kleine Übersichtstabelle zu dem Thema.

So eine Tabelle haben wir ihm nun hier einmal aufgezeichnet:

 

image

 

Da keine weiteren Rückfragen mehr kommen, beenden wir nun damit diesen Besprechungsteil.

Weiter geht es im nächsten Blogartikel.

Ein Gedanke zu “Wissenswertes zur Lizenzierung von Windows 7 Teil 3: Die Volumenlizenzen

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