Wie wird Exchange 2010 lizenziert

clip_image001Für viele IT-Verantwortlichen ist die Microsoft Lizenzierung ein Buch mit sieben Siegeln. So ist es auch mit Microsoft Exchange. Wir werden immer wieder nach der korrekten Exchange 2010 Lizenzierung gefragt. Deswegen möchte ich dazu beitragen ein paar dieser “sieben Siegel” zu öffnen.

Zuallererst unterscheidet man die Lizenzierung des Servers und der Clients. Schauen wir uns zuerst die Server Lizenzierung an: den Exchange Server gibt es in der Standard und der Enterprise Variante. Diese beiden Produkte unterscheiden sich seit Exchange 2010 primär nur noch in der Anzahl der Mailbox Datenbanken, die man betreiben kann. Sind es bis zu 5 Maildatenbanken dann reicht die Standard Version aus sind es mehr dann lizenziert man den Enterprise Server. Weiterhin sollte man wissen das der Exchange Server aus 5 installierbaren Rollen besteht. Viele dieser Rollen können auf einem einzigen Server installiert werden. Sie können aber auch aus z.B. Performance- oder Sicherheitsgründen über verschiedenen Server verteilt werden. Dabei ist zu beachten, dass man für jeden Server, auf dem eine Exchange Rolle installiert ist, eine Exchange Server Lizenz benötigt.

Ein Beispiel: Betrachten wir die Grafik: Hier sieht man ein nicht untypisches Szenario. Es gibt zwei Server, auf denen die Mailbox Server Rolle installiert ist. Sie clip_image002fungierten als DAG (Database Availibility Group). Ihnen ist ein  Server vorgelagert, der hierbei für das DAG als Wittness Server fungiert. Auf ihm ist die Hub Transport Rolle und die Client Access Rolle installiert. Zusätzlich sieht steht in der DMZ einen Server mit der Edge Transport Rolle. Wie lizenziert man nun dieses Szenario? Zuallererst haben wir vier verschiedene Server mit Exchange Server Rollen installiert. Also müssen wir vier Exchange Server lizenzieren. Aber welchen Version Standard oder Enterprise? Das hängt, wie schon erwähnt, bei Exchange 2010 nur noch von der Anzahl der verwendeten Maildatenbanken ab. Sind es, oder planen man, mehr als 5 pro Mailbox Server Rolle dann lizenziert man Enterprise sonst reicht Standard aus. Auch die anderen Server lizenziert man hier in der Standard Variante.

Soviel zur Server Lizenzierung. Jetzt zu den Clients: Bei Ihnen spricht man von Client Access Lizenz oder CAL. Sie gibt es in zwei Varianten und wird pro User oder Device lizenziert. Bei der User Lizenzierung benötigt jeder Benutzer eine Lizenz bei der Device Lizenzierung jedes Gerät. Je nach Fimen Szenario ist eine Lizenzierung nach Benutzer oder Device günstiger. Ein Beispiel: man hat in der Firma viele Benutzer die mehrere verschiedenen Geräte benutzen z.B. einen PC in der Firma, ein Notebook für Kundenbesuche und ein Smartphone mit Mailfunktion für unterwegs. Dann wählen Sie die User CAL Lizenzierung. Haben Sie im Gegensatz dazu eine Schichtbetrieb in dem sich mehrere Benutzer ein Gerät teilen, dann wählen Sie die Device CAL Lizenzierung. Jetzt fehlten nur noch die Standard und Enterprise CAL. Generell benötigt man für jeden Zugriff eine Standard CAL. Die Enterprise CAL wird additiv, d. h. sie wird zusätzlich zur Standard CAL lizenziert. Ob man diese benötigen, hängt davon ab, welche Funktionen eingesetzt werden. Funktionen die eine zusätzliche Enterprise CAL bei Exchange 2010 erfordern sind:

  • gehobene Exchange ActiveSync Mobile Management-Richtlinien
  • Voicemail mit Unified Messaging
  • benutzerdefiniert Beibehaltungsrichtlinien
  • Integriertes Archiv
  • Multimailboxsuche und Vorratsdatenspeicherung
  • Inhaltsschutz und Versandkontrolle für E-Mails: Journal-entschlüsselung, Versandrichtlinien, Outlook-Schutzrichtlinien, IRM-Suche und Vorratsdatenspeicherung

zusätzlich Falls Software Assurance vohanden ist:

  • Forefront Security für Exchange Server
  • Forefront Online Security für Exchange

(Quelle: http://www.microsoft.com/exchange/2010/de/de/licensing.aspx#ExCal )

Noch ein Wort zu Outlook. Die Exchange CAL beinhaltet keine Outlook Lizenz und umgekehrt beinhaltet die Outlook Lizenz keine Exchange CAL. Sie müssen, wenn Sie Outlook einsetzen wollen, für jeden Client eine Outlook Lizenz erwerben. Dies gilt zumindest ab Exchange 2007. Bei Exchange 2003 war in jeder Client CAL das Recht enthalten Outlook zu installieren.  

Und zum Schluss darf man nicht vergessen, dass der Exchange Server auf einem Windows Server betrieben wird. Das heißt, das Server Betriebssystem muss ebenfalls lizenziert werden. Es reicht in der Regel der Windows Standard Server, außer man möchte die DAG Funktionalität einsetzen. Da diese auf den Cluster Services des Betriebssystem basieren, ist mindestens die Enterprise Version des Servers hierfür erforderlich. Zusätzlich benötigt jeder Client eine Windows Server CAL passend zur Betriebssystem Variante. Also wenn Sie Ihren Exchange 2010 Server auf einem Windows Server 2008 R2 installieren und 100 Exchange User CALs benutzen, dann müssen auch 100 Windows Server CALs lizenziert sein. Das Gute beim Windows Server: Wenn Sie einmal die Clients lizenziert haben, dann dürfen diese auf alle Windows Server ihrer Umgebung zugreifen.

Falls Sie weitere Fragen zur Exchange Lizensierung haben rufen Sie uns an.

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