Die Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition

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Wenn man virtualisieren möchte, dann gibt es eine Windows Server Version, die ideal dafür ist: die Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition. Sie beinhaltet alle Vorteile, die die Enterprise Edition gegenüber der Standard Edition aufweist. Die Wichtigsten sind: mehr Hauptspeicher (2 TB gegenüber 32 GB) und die Cluster Services (notwendig für die Hyper-V Live Migration). Zusätzlich bietet die Datacenter Edition aber auch noch einige Vorteile gegenüber der Enterprise Edition: Unterstützung von 64 Prozessoren (gegenüber 8 bei der Enterprise Edition) und die Features “Hot Add” von Prozessoren und “Hot Replace” von Speicher und Prozessoren. Das ist schön und gut, aber die wenigsten haben eine solche Hardware, dass die Vorteile der Datacenter Edition wirklich eine Rolle spielen, richtig? Nun ein Vorteil im Rahmen der Virtualisierung ist allerdings nicht von der Hand zu weisen: Es ist die Anzahl der mit der Datacenter Edition lizenzierten virtuellen Instanzen: Es sind unendlich viele (die Enterprise Edition beinhaltet zum Vergleich 4 virtuelle Instanzen).  Das bedeutet, alle virtuellen Microsoft Server Betriebssysteme, die auf einer korrekt lizenzierten Datacenter Edition laufen, sind mit dieser lizenziert. Ob es 4, 10 oder 50 sind, ist dabei egal. Es kommt nur auf die Leistungsfähigkeit der Hardware an, denn was diese an virtuellen Maschinen verkraftet, ist lizenziert.

Wer aufmerksam liest, hat vielleicht entdeckt, dass ich “korrekt lizenziert” geschrieben habe. Was

bedeutet hier “korrekt”? Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition ist die einzige Version die nicht pro Server, sondern pro Prozessor Sockel erworben wird. Hierzu ein Beispiel, welches den Sachverhalt verdeutlicht: Sie besitzen einen Server mit zwei Quad-Core-Prozessoren also insgesamt 8 Cores. In diesem Beispiel benötigen Sie zwei Datacenter Edition Lizenzen je eine pro Quad-Core. Ein zweites Beispiel: Ihr Server besitzt eine Six-Core-Prozessor. Hier müssen Sie ebenfalls zwei Datacenter Editions lizenzieren. Warum, Sie haben doch nur einen Prozessor? Richtig aber von der Datacenter Edition müssen immer mindestens zwei CPU-Lizenzen pro Server lizenziert werden. Ergänzung: Es ist sogar notwendig das Sie den zweiten Prozessor nachkaufen, da Datacenter nur auf Hardware mit mindestens zwei Prozessoren installiert werden darf (Quelle Microsoft Lizensing-Produktbenutzungsrechte März 2011 S.34)

Das wirft die Frage auf: Was kostet die Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition? Dazu muss man wissen, wie man das Produkt erwirbt. Es gibt eine Open License Version, die pro Prozessor ca. netto € 2.350,- kostet.  Allerdings gibt es auch zwei Systembuilder Versionen, eine mit zwei Prozessoren für ca. netto € 2.900,- und eine mit vier Prozessoren für ca. netto € 5.650,- (alle Preise Stand 14.12.2010).

Warum sollte man also mehr Geld ausgeben, um die Open License Edition zu erwerben? Ich weiß einen Grund: die Aktivierung der virtuellen Betriebssysteme. Wieso ist das ein Problem? Beide Versionen beinhalten doch das Recht beliebig viele Versionen der Microsoft Server Betriebssysteme auszuführen? Das ist richtig, aber die Open Variante kommt mit Open Keys und kann auch über einen Key Management Server (KMS) im Unternehmen lizenziert werden. Die Systembuilder Edition wird dagegen mit einem Hardware- und einen Virtualisierungs-Key auf dem Lizenzaufkleber geliefert. Keys und Datenträger für Enterprise oder Standard können nur im Internet gegen eine Bearbeitungsgebühr angefordert werden. Das Problem: Diese Versionen müssen wie jede andere Version aktiviert werden. Das ist nach einer bestimmten Anzahl Versuchen nur noch telefonisch möglich, entweder durch Eintippen von ellenlagen Code Sequenzen oder sogar mit einem Menschen an der Strippe. Stellen Sie sich vor, Sie haben 4 starke Viertualisierungsserver mit je zwei Six-Core-Prozessoren und auf jeder Maschine laufen ca. 15 VMs. Das bedeutet, Sie telefonieren ca. 40 bis 50 Mal mit Microsoft, um Ihre Lizenzen zu aktivieren.

Übrigens die Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition ist nicht nur mit Hyper-V einzusetzen. Sie können auch Ihre VMWare vShere Server oder jede beliebige andere Server Virtualisierungslösung damit lizenzieren. Wie? Sie kaufen für jeden Prozessor in Ihrem Host (allerdings mindestens 2 pro System) eine Datacenter Edition, weisen diese dem Host zu und schon sind alle Microsoft Server Betriebssystem auf dieser Maschine richtig lizenziert.

Noch ein Tipp: Bitte beachten Sie, dass wenn Sie virtuelle Maschinen von Ihrer Datencenter Edition auf eine nicht Datacenter Edition lizenzierte Maschine verschieben, diese Ihre Lizenz  verlieren. Um dem Problem vorzubeugen, ist es am besten alle Hosts mit der Datacenter Edition auszustatten. Dann müssen Sie sich zu mindest über Microsoft Serverbetriebssystem Lizenzierung keine Gedanken mehr machen.

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Ein Gedanke zu “Die Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition

  1. Pingback: 2008 R2 Datacenter Lizenzverwendung

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